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MALACATOYA

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Dorfentwicklungsprojekt

Im Oktober 1998 wütete der Hurrikan “Mitch” in ganz Zentralamerika und ließ weite Landstriche Nicaraguas völlig verwüstet zurück. Viele tausende Menschen verloren durch Öberschwemmungen ihr Zuhause. Im Bereich des Dorfes Malacatoya im Gemeindegebiet der nicaraguanischen Stadt Granada war ein ganzer Landstrich sechs Tage lang bis zu 1,5 Meter hoch überflutet.

Kurzerhand entschloss sich die in Granada ansässige Stiftung Casa de los Tres Mundos zur Initiierung eines integrierten Dorfentwicklungsprojektes in Los Angeles, Malacatoya. Es bietet von der Hurrikankatastrophe geschädigten Familien entlang des Flusses Malacatoya dauerhafte Hilfe.

Planung und Bau der Häuser

Die Besonderheit des Dorfentwicklungsprojektes liegt in der weitgehenden Einbeziehung der Bevölkerung: das Dorf mit seinen 131 Wohnhäusern wurde von den Familien unter fachlicher Anleitung selbst geplant und gebaut. Der ausgewählte Standort des Projektes liegt in einem von Umwelteinflüssen weitgehend geschützten Gebiet namens “Los Angeles”.
Die Struktur der dörflichen Ansiedlung in Los Angeles, Malacatoya ist übersichtlich und hat einen einprägsamen Aufbau. Auf einer Fläche von 11,97 Hektar wurde unter Beteiligung der Begünstigten eine Siedlung geschaffen, die sich auf einem hierarchischen Straßensystem aufbaut.

Kinder GesundheitszentrumGrundsätze

Ziel war es dabei, nicht nur die Grundversorgung der Menschen in der Region in Form von neuen Häusern zu sichern, sondern ihre gesamte Lebensqualität zu verbessern. Diese Verbesserungen sollen in wirtschaftlicher, infrastruktureller, kultureller und ökologischer Hinsicht realisiert werden.

Die Projektgrundsätze sind:

  • - Ausführende sind ausschließlich Mitglieder der lokalen Bevölkerung
  • - Projektinitiatoren verstehen sich als Berater
    - Volles Mitspracherecht aller Beteiligten (partizipativer Planungsprozess)
    - Gemeinsame Suche nach ökonomischeren Varianten
    - Keine Vollsubventionierung des Projektes
    - Angemessener Eigenleistungsanteil

Schaffung von Infrastruktur und Beschäftigungsprojekten

Schon vor der Naturkatastrophe fehlte es an technischer und sozialer Infrastruktur in der Region Malacatoya. Deshalb sind Beschäftigungsinitiativen wie der Aufbau von Kleinunternehmen (z.B. einer Öko-Papiermanufaktur) sowie kulturelle und edukative Angebote integraler Bestandteil des Dorfentwicklungsprojekts Los Angeles, Malacatoya. Diese zusätzliche Infrastruktur verbessert die Lebensqualität aller im Umfeld von Los Angeles, Malacatoya lebenden Menschen nachhaltig.
So steht das Gesundheitszentrum mehr als 10.000 Menschen der gesamten Region zur Verfügung. Weiters wurden in Los Angeles eine Schule und ein Gemeindezentrum gebaut.

kinder skulpturenparkKulturelle Projekte und Gemeinschaftsbildung

Das Kulturzentrum Casa de los Tres Mundos führt seinen Grundsatz der Einbindung kreativer Elemente in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit im Dorf Los Angeles, Malacatoya fort. Es bietet Malkurse, Theaterworkshops für Kinder und Jugendliche und verschiedene andere künstlerische und handwerkliche Kurse für die Kinder der Region an. Auch die Errichtung eines Skulpturenparks mit indigenen Figurenmotiven ist abgeschlossen. Öberdimensionale Repliken sollen der Bevölkerung ein Stück Geschichte und Identität zurückgeben.
Großer Wert wird außerdem auf die Unterstützung der Bildung einer Dorfgemeinschaft gelegt. So beherbergt der Park auch einen überdachten Versammlungsplatz, der als Treffpunkt und Ort der Begegnung zwischen den neuen BewohnerInnen des Dorfes dient.

plan malacatoya

Fotos: Casa de los Tres Mundos, Wolfgang Lehrner